Laparoskopische, endoskopische Kastration (mit nur einem Zugang)

Laparoskopische Kastration Hündin Yasminda Malik DUOVet
Laparaskopische Kastration Hündin durch Yasminda Malik

Klicken Sie hier und Sie erfahren, wie der zeitliche Ablauf einer laparoskopischen Kastration aussieht.
Informieren Sie sich in unserer Praxis, wir geben gerne Auskunft. 

Kastrationsinformation Hündin

Seit 1990 empfehlen und praktizieren wir die Frühkastration der Hündin vor der ersten Läufigkeit. Da viele Meinungen über diesen Eingriff kursieren, möchten wir Ihnen Vor- und Nachteile erklären.

Eine unkastrierte Hündin wird in der Regel im Alter von 6 bis 7 Monaten geschlechtsreif (einige Rassen auch später). Zwei Läufigkeiten pro Jahr sind die Regel. Eine Läufigkeit dauert bis 3 Wochen. Charakteristisch sind blutiger Scheidenausfluss und möglicherweise Verhaltensänderungen. Nach der Läufigkeit steht die Hündin während 60 Tagen unter dem Einfluss des Schwangerschaftshormones Progesteron. Wird die Hündin nicht gedeckt, kann ein Stadium der Scheinträchtigkeit mit Anschwellen des Gesäuges und Verhaltensänderungen auftreten.

Durch die Kastration wird eine Hündin unfruchtbar. Das gleiche Ziel kann mit einer langdauernden Hormontherapie erreicht werden.

Vorteile der Kastration Nachteile der Kastration
- Senkt Risiko für Gesäugetumore- Harntröpfeln möglich
- Keine Gebärmuttervereiterung- Fellveränderung bei Hunden mit
  gänzendem Deckhaar möglich
- Keine Scheinträchtigkeit
- Keine Läufigkeit während den Ferien
  (Bsp. Ferienheim)
- Keine Fehldeckung


Vorteile der Kastration:

  • Der Gesäugetumor ist die häufigste Krebsart bei der Hündin. Mit der Früh-kastration kann das Auftreten dieses Tumors mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert werden.
    Kastration:

    1. vor der ersten Läufigkeit senkt das Risiko auf 0.5%.
    2. nach der ersten Läufigkeit steigt das Risiko auf 8%.
    3. nach der zweiten Läufigkeit steigt das Tumorrisiko auf 25%, d.h. jede vierte Hündin wird im fortgeschrittenen Alter Gesäugetumore bilden.

          Gesäugetumore müssen operativ entfernt werden. Unglücklicherweise    
          produzieren betroffene Hündinnen oft mehrere Knoten gleichzeitig oder in Folge.

  • Die Gebärmuttervereiterung kann mit der Kastration verhindert werden. Jede vierte unkastrierte Hündin wird eine Infektion der Gebärmutter bis im Alter von 10 Jahren erleiden und dann notfallmässig operiert.
  • Scheinträchtigkeit tritt nicht mehr auf.
  • Keine Fehldeckung.
  • Keine Läufigkeit während Ferienzeit (Bsp. Ferienheim).

Nachteile der Kastration:

  • Harntröpfeln nach der Kastration ist die schwerwiegendste Komplikation. Eine Schwächung des Harnröhrenschlusses führt bei gefüllter Blase zum Harnverlust. Dies tritt v.a. beim Schlafen auf und muss behandelt werden.
    Je schwerer/grösser die Hündin, desto grösser die Gefahr des Tröpfelns. Bei Hündinnen über 30 kg Körpergewicht kann es jede dritte betreffen. Bei kleineren Hündinnen ist die Häufigkeit weniger als 10%.
    Durch eine Frühkastration kann das Harntröpfeln noch vermindert werden.
  • Fellveränderungen: Hunde mit glänzendem Deckhaar (z.B. Spaniel, Afghanen, Flat Coated Retriever) können eine Fellveränderung (stumpfes Deckhaar) erleiden. Dies kann unter Umständen starke Ausmasse annehmen.

Zu beachten gilt:

  • Gewichtszunahme: nach einer Kastration wird der Kalorienverbrauch gesenkt. D. h. eine Gewichtszunahme muss durch eine massvolle Fütterung vermieden werden. Ein Vorteil davon sind die reduzierten Futterkosten.

Hormonbehandlung:
Bei Hündinnen kann eine hormonelle Behandlung eine Alternative darstellen.
Die neueren Hormonpräparate fördern nicht mehr die Tumorbildung im Gesäuge.
Das Risiko einer später auftretenden Gebärmuttervereiterung bleibt bestehen.
Die Hormonbehandlung muss konsequent und langfristig durchgeführt werden.

Die zwei verschiedene Kastrationstechniken:

  • Wir können zwei verschiedene Kastrationsmethoden anbieten.Bei der herkömmlichen Kastrationstechnik durchtrennt der Chirurg die Bauchdecke der Hündin über eine Länge von mehreren Zentimetern, um zu den Geschlechtsorganen zu gelangen.
  • Eine sanftere Methode der Kastration bietet die Laparoskopie (Bauchspiegelung). Dabei wird die Mikrokamera zusammen mit den Arbeitsinstrumenten durch ein einziges, 10 mm kleines Loch in den Bauch eingeführt (Knopflochmethode). Dabei kann unter Überwachung mit der Videokamera im Bauchraum operiert und Eierstöcke und gegebenenfalls die Gebärmutter entfernt werden.
    Die Vorteile dieser Methode gegenüber der herkömmlichen Kastration sind:
    - Schnellere Erholung nach der Operation
    - Kein Leinenzwang notwendig
    - Keine lästige Halskrause
    - Bereits 1 Tag nach der Operation darf sich die Hündin uneingeschränkt
      bewegen
    - Geringeres Risiko von Wundkomplikationen

Fakten zur Kastration des Rüden

Der Rüde kann ab einem Alter von 6-8 Monaten kastriert werden. Der ideale Kastrationszeitpunkt wird mit der Tierärztin, dem Tierarzt besprochen.

In Vollnarkose werden beide Hoden entfernt. Nach der Kastration wird der Trieb für Herumstreunen, Markieren und aggressives Verhalten gehemmt.

Zudem sind Prostataerkrankungen und Hodentumore bei nicht kastrierten Rüden weitaus häufiger als bei kastrierten Tieren.

Nachteile der Kastration

  • Bei Settern, Spaniels, Langhaardackeln und Golden Retrievern kann die Kastration eine Fellveränderung zur Folge haben.
  • Die kastrierten Tiere verwerten das Futter besser und tendieren deshalb zur Gewichtszunahme. Dem kann mit einem geeigneten Futter oder mit Reduktion der Futtermenge entgegengewirkt werden.

Terminvereinbarung für eine laparoskopische Kastration

Möchten Sie direkt einen Termin für eine Kastration vereinbaren, dann klicken Sie bitte auf diesen Link: Anmeldung Kastration